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Traumaberatung

Der Einfachheit und der guten Lesbarkeit halber ist hier die männliche Form gewählt. Gemeint sind Männer, Frauen und  Kinder gleichermaßen.

 

Traumaberataung können auch Sie als „Überbrückung“ wahrnehmen, bis Sie einen Therapieplatz oder einen Platz in einer Klinik erhalten.

 

In einer Erstberatung

  •    können Sie „abladen“.
  •    lernen Sie Stabilisierungsübungen – auch für zu Hause.
  •    lernen Sie Entspannungstechniken.
  •  erfahren Sie Hintergründe über belastende Situationen und deren Wirkung auf die Psyche, so dass Sie  in der Lage sind, Ihre Gefühle einzuordnen, sich selbst und Ihre Reaktionen und Gefühle verstehen  können.
  •  können Sie EMDR ausprobieren.

 

Kosten: 60 Euro zzgl. MwSt. / 50 Minuten

Machen Sie einfach einen Termin:

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E-Mail: info@coaching-brenger.de

Was ist ein Trauma?

Als Trauma bezeichnet man eine Wunde, in der Medizin eine Verletzung des Körpers, in der Psychologie eine Verletzung der Seele. Hier geht es um die Verletzungen der Seele.

Welche Ereignisse menschliche Seelen in welcher Weise verletzen, hängt von den individuellen Bewältigungsmöglichkeiten und den Kontext- bzw. jeweiligen Umweltbedingungen ab.

Traumata können sich ausbilden nach schwerwiegenden, bedrohlichen Ereignissen:
Naturkatastrophen, Unfälle, Terror, Krieg, Kriegsfolgen, Folter, Fürsorgeentzug und Verwahrlosung (im Kindesalter), schwerwiegende, latente Überforderungen (bei Kindern), früher oft auch Missbrauch[1] genannt, Gewalt, körperliche, seelische[2], sexuelle Gewalt, Verlust, unverarbeitete Trauer, etc.

Betroffene Menschen erleben sich in diesen Situationen als hilflos, ohnmächtig und schutzlos ausgeliefert. Sicherheit als ein grundlegendes, menschliches Bedürfnis ist nicht mehr oder nur noch in Fragmenten vorhanden. Dazu kommt das Erleben, dieses Sicherheitsgefühl nicht aus eigener Kraft wieder herstellen zu können.

Fischer und Riedesser, Lehrbuch der Psychotraumatologie, München, 1998, S. 79.,  sprechen in ihrer Definition von „ [….] einem vitalen Diskrepanzerlebnis zwischen bedrohlichen Situationsfaktoren und den individuellen Bewältigungsmöglichkeiten, ….., das so eine dauerhafte Erschütterung von Selbst- und Weltverständnis bewirkt“.

Diese Erschütterung des eigenen Sicherheits- und Selbsterlebens und die Vermeidung von Triggern (die Gefühle der Bedrohung auslösende Momente, Impulse aus der Umwelt), die den Betroffenen immer wieder in diese belastenden Gefühle führen, lässt die betroffenen Menschen Handlungsmuster (Schutzmuster) entwickeln, die ihnen selbst und anderen oft als seltsam vorkommen.

Menschen in ihrem Umfeld, die nur die Schutzmuster, Vermeidung oder die von Angst ausgelösten Handlungen erleben, sind irritiert und senden diese Botschaft explizit oder implizit an den traumatisierten Menschen zurück.

Dieser bekommt damit dann die Rückmeldung, dass er wirklich nicht in Ordnung ist, so wie er ist. Er sieht sein eigenes Selbsterleben bestätigt. Je mehr negative Rückmeldungen er bekommt, desto mehr wird er sich zurückziehen.

Folgen können sein: Ständig auftretende Erinnerungen an das belastende Ereignis, die für den Betroffenen unkontrollierbar aufflackern, ein latenter Stresspegel, ständiges Wieder-Durchleben der belastenden Erfahrungen, körperliche Anspannung, Schmerzen, Panikattacken, Schweißausbrüche, Schlafstörungen, Herzrasen, etc..

Der normale Erregungspegel („gute“ Balance zwischen Anspannung und Entspannung) ist dauerhaft erhöht. Gefühlt wird oft auch eine latente innere Unruhe.

Wenn die Symptome Vermeidung, hohe Erregung und immer wiederkehrende Erinnerungen (Flashbacks) auftreten, spricht man von einer PTBS (Posttraumatische Belastungsstörung).

Neben der PTBS können auch andere Traumafolgestörungen ausgebildet werden, wie z.B. die Depression, Autoimmunerkrankungen, Hauterkrankungen (auch Schleimhauterkrankungen), Anpassungsstörungen, bis hin zu Persönlichkeitsstörungen, wie z.B. dem Borderlinesyndrom.

Je rascher nach einem Ereignis und einem belasteten Selbsterleben professionelle Hilfe aufgesucht wird, je wahrscheinlicher ist eine Bewältigung des Ereignisses, bzw. des bereits ausgebildeten Traumas.

Was Sie tun können, wenn Sie einen belasteten Menschen in Ihrem sozialen Umfeld unterstützen möchten:

Wichtigste Maßnahme:

Es gilt die Regel:

Stellen Sie Sicherheit her.

Geben Sie betroffenen Menschen das Gefühl: „Du bist in Sicherheit.“

Äußere Sicherheit vor innerer Sicherheit.

Im Notfall heißt das: Bringen Sie den betroffenen Menschen aus der Gefahrenzone (ohne sich dabei selbst in Gefahr zu bringen).

Dann erst kümmern Sie sich um dessen Psyche.

Sagen Sie ihm:

Jetzt bist du in Sicherheit!

Sie sind einfach da.

Möglichst ohne Forderung zu stellen:

„Ach, jetzt ist es aber doch wieder gut…, komm….stell‘ Dich nicht so an….jetzt musst Du aber auch wieder arbeiten gehen...“ 
=> bitte nicht!

Unterstützen Sie betroffene Menschen, ihren Alltag wieder zu strukturieren.

Struktur gibt Sicherheit.

Sicherheitserleben ist bei traumatisierten Menschen bis in die Grundfeste erschüttert.

Diese Unterstützung sollte als Einladung formuliert werden, nicht als Forderung:

„Ich gehe spazieren ...komm doch mit…?“

Machen Sie keine Vorwürfe, wenn der belastete Mensch dann doch nicht mitgeht. Werden Sie nicht müde, ihn immer wieder einzuladen:

„Ich habe gekocht, es ist Mittag. Setz‘ Dich doch zu uns….“

Vermeiden Sie Sätze mit „…du musst“ und „du solltest eigentlich..“

Stellen Sie (vorsichtig, nicht fordernd oder investigativ) Fragen zum Erleben, zu seinen Gefühlen.

Verständnisfragen

Was war denn …?

Wer hat….?

Wo waren….?

Erlebensfragen

Was macht das mit Dir?

Wie hast Du es geschafft,
dass Du …..?

Bleiben Sie im Gespräch, auch wenn der Betroffene es Ihnen manchmal schwer macht.

Aggressionen, Wutausbrüche, In-sich-gekehrt-sein (Dissoziation), sind ganz normale Reaktionen (vor allem bei Kindern, die je nach Alter weniger Impulskontrolle haben) auf belastende Ereignisse.

Grenzen Sie sich gegen Verbalattacken und Übergriffe ab, aber signalisieren Sie Gesprächsbereitschaft.

Vermeiden Sie „gute Ratschläge“.

Diese generieren in der Regel eher weiteren Druck.

Auch wenn Sie es in einer Situation nicht direkt wahrnehmen können: Menschen, Sozialkontakte, auch eine liebevolle Mensch-Tier-Beziehung sind die wichtigsten Stabilisatoren eines belasteten Menschen. Sie können nichts falsch machen! Seien Sie einfach für die Betroffen da.

Die Nettobotschaft sollte sein:

Du bist nicht allein. Ich bin, wir sind, da. Jetzt bist Du sicher.“

[1] Heute spricht man nicht mehr gerne von Missbrauch, weil es einen Menschen (verbal) verdinglicht und damit erneut demütigt und herabwürdigt. => Nur Gegenstände kann man „ge- oder eben auch missbrauchen“.

[2] Seelische Gewalt können z.B. sein: Abwertungen, Mobbing, Demütigungen, (Todes-) Drohungen, Erpressung, Entzug von Fürsorge und Liebe bei Kindern, etc. Für Säuglinge z.B., ist es bereits eine lebensbedrohliche Situation, wenn sie Hunger haben, schreien und „lange Zeit“ niemand kommt und sie versorgt.

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